„Türen auf!“ heißt es jedes Jahr am 3. Oktober beim WDR zum Maus-Türöffner-Tag.

Dieses Jahr waren wir zum ersten Mal dabei und öffneten für neugierige Fans der „Sendung mit der Maus“ unsere Gerichts-Türen.

20 Kinder zwischen 6 und 13 Jahren und Ihre Eltern waren gekommen, um ein Gericht und seine Arbeit kennenzulernen. Für die meisten Kinder - und zum Glück auch für die meisten Erwachsenen – war es das erste Mal, dass sie ein Gericht betraten. Aufregend war schon die Sicherheitskontrolle – wie am Flughafen.

Dann hatten wir ein paar Fragen: Was ist eigentlich ein Gericht? Und was muss ein Richter können? Welche Eigenschaften braucht er wohl? Wer kann den Schönfelder am ausgestreckten Arm nach vorne halten? Gibt es darin eigentlich auch Bilder? – Die Kinder waren um keine Antwort verlegen und wussten oft schon erstaunlich gut Bescheid.

In der dann gezeigten Strafverhandlung mussten alle ihre Käppis mit der Maus abnehmen, die sie gerade erst geschenkt bekommen hatten und sich gesittet benehmen – wie in einer echten Verhandlung. Da hatte doch tatsächlich ein Dieb einer Frau im Bus ihr nagelneues Handy gestohlen! Oder doch nicht? Die Anklage wurde verlesen, die Geschädigte sowie ein weiterer Zeuge verhört, Staatsanwalt und Verteidiger hielten ihre Plädoyers. Die Kinder äußerten nach jedem Schritt ihre Meinung – und hatten gut aufgepasst! Gab es da nicht einen Widerspruch zwischen den Aussagen? Wie war das genau mit dem Kassenbon, war der in der Tüte oder im Portemonaie? Wie im echten Leben war es dann auch für die Kinder schwer zu sagen, ob denn das alles für eine Verurteilung des Angeklagten reichen würde – und was wohl eine gerechte Strafe wäre.

Noch spannender ging es weiter. Unsere zwei kinderlieben Wachtmeister führten ebendiese in den Keller, wo sie die Türen der echten Gefängniszellen öffneten. Die mutigen ließen sich einschließen, die weniger mutigen wagten es, eine echte Handschelle auszuprobieren – manche auch nur an der Pfote des Kuschelhasens. Am Türöffner-Tag wurden aber natürlich alle Türen auch wieder geöffnet…

Kindern und Eltern hat es gefallen, wir konnten uns über viele Komplimente zur gelungenen Veranstaltung freuen. Die Justiz konnte einmal mehr ihre freundliche Seite zeigen. Wir Gerichtsbediensteten hatten ebenfalls unseren Spaß, schon in der Vorbereitung und dann auch an dem Tag selbst als Angeklagter, Staatsanwalt, Verteidiger oder Zeuge. Wobei letzteres sich als die schwerste Aufgabe erwies. Zeugenaussagen im Vorfeld genau abzusprechen, ist eben gar nicht so einfach….“